Spironolacton

Gedankenaustausch und Infos zu übermäßigem Körpergeruch

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jenesaispas
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Spironolacton

Beitrag von jenesaispas » 30.Jun 2017, 23:25

Hi,

ich bin auf einen Beitrag bezüglich aprokine Bromhidrose gestoßen. Die Person beschreibt exakt das, was ich immer wieder lese: sehr starker Schweißgeruch (zwiebelig) trotz jeglich erdenklicher Maßnahmen, um die vermeintlich verantwortlichen bösen Bakterien zu eliminieren. Selbst chirurgische Maßnahmen haben nichts gebracht, und auch eine Ernährungsumstellung hat nichts bewirkt. Scheinbar hat sie über 10 Jahre lang damit gekämpft, und die Einnahme von Spironolacton hat das Problem komplett gelöst.

Spironolacton ist ein Diuretikum und greift u.a. in den Aldosteronhaushalt ein, indem es Aldosteron, ein Steroidhormon aus der Nebennierenrinde, blockiert. Das Wichtige aber: Spironolacton blockiert auch die Synthese von Testosteron und dessen Anbindung an Androgenrezeptoren (für Männer also eher nicht geeignet...). Testosteron ist wohl u.a. dafür verantwortlich, dass Stoffe aus den apokrinen Drüsen abgegeben werden (keine Garantie, muss mich nochmal schlau machen darüber). Wenn Spironolacton Testosteron blockiert, dann kann ja nichts mehr abgegeben werden. Angenommen, der apokrine Schweiß würde aufgrund von bestimmten Stoffwechselprodukten (und Hormonabbauprodukten?) an sich riechen und dann so abgegeben (meine Vermutung) und nicht ausschließlich durch Hautbakterien zersetzt werden (was ja immer die absolut einzige Erklärung ist..), dann sollte Spironolacton helfen. Ich meine aber auch gelesen zu haben, dass Bakterien einige Steroidhormone verstoffwechseln können und dann eben die geruchsintensiven Abbauprodukte sekretieren.

Ich selber habe zwar tatsächlich "Erfahrung" mit zwiebeligem Schweißgeruch (meine fast ausschließlich zwiebelig), bin mir aber nicht sicher, ob das aktuell mein Problem ist, da ich mich gar nicht oder nur selten wahrnehme. Andererseits riechen andere Menschen ganz oft an sich selber (Oberkörper und Achseln) bevor sie sich umdrehen, um nach dem Verursacher des Gestanks zu suchen: mich. Auch wenn ich meine nur nach Deo zu riechen. Kennt ihr bestimmt.

Also doch ein Hormonproblem?
Ich denke, ich werde das mal bei Gelegenheit bei meinem Arzt ansprechen (Spironolacton ist verschreibungspflichtig). Vielleicht ist das auch für einige von euch interessant! :)

traum
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Re: Spironolacton

Beitrag von traum » 01.Jul 2017, 10:56

Witzig, Spiros sind genau das, auf was ich vor ein paar Wochen gekommen bin und momentan meine Hoffnung daran setze. ;) Was für ein Zufall, dass du gerade jetzt darauf gestoßen bist.
Ich habe sie leider noch nicht ergattern können, aber versuche verzweifelt, an sie ran zu kommen. Der Hausarzt verschreibt sie mir nicht, aber ich gebe nicht auf, sie zu bekommen.

Julia92
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Re: Spironolacton

Beitrag von Julia92 » 05.Jul 2017, 14:56

Bitte berichtet alles!
Lg

Lyla
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Re: Spironolacton

Beitrag von Lyla » 07.Jul 2017, 12:36

Ich habe auch schon versucht mit Hilfe der Antibaby-Pille gegen das Testosteron und den Körpergeruch anzukämpfen. Meine Wahl war damals die Hormonkeule "Diane35". Aber Achtung, die Pille hatte bei mir ganz, ganz schwere Depressionen ausgelöst. Und das war 1000x schlimmer als jeder Körpergeruch.

Bitte seid vorsichtig!

In den Hormonhaushalt einzugreifen ist nicht ohne. Informiert euch bitte vorher bei einem Endokrinologen.

:heard:
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Re: Spironolacton

Beitrag von traum » 14.Okt 2017, 21:13

Lyla, die Diane35 hat nichts gebracht, oder?

Ich verstehe es einfach nicht. Nichts, rein gar nichts, mindert den Geruch. Keine inneren Versuche, keine äußerlichen Anwendungen, keine Operationen.
Ich bin mir aber zunehmend sicherer, dass es nur den Achselbereich betrifft.

Zum Spironolacton: Ich habe es jetzt gut drei Monate genommen - es hat überhaupt nichts geholfen. Ich habe in den letzten 6 Wochen sogar 200mg/Tag genommen - das ist enorm hoch! Die meisten fangen mit 25mg/Tag an.

Bei Dr. Armpit haben mittlerweile zwei weitere Leute einen Erfolg mit Spironolacton verkündet. Es scheint tatsächlich funktionieren zu können! Nur bei mir nicht.
Aber probiert es mal.

Es gibt tatsächlich auch Fälle, bei denen die Diane35 geholfen hat. Ich hab aber sicherlich keinen Östrogenmangel, und da 200mg Spiro auch nichts bringen, glaube ich kaum, dass Diane helfen würde.

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Re: Spironolacton

Beitrag von Lyla » 20.Okt 2017, 13:01

Hey traum, vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht!

Diane35 hat leider gar nichts gebracht. Der Geruch war unverändert. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass es mit der Pille noch schlimmer war. Ich habe auch keinen Östrogenmangel. Ich habe meine Hormone bei 2 unterschiedlichen Endokrinologen untersuchen lassen. Alle Werte bestens.
Zur Zeit probiere ich FODMAP. An dem einen Tag ist der Geruch ein wenig besser, an einem anderen Tag ist der Geruch wieder schlechter. Ich kann aber keinen konkreten Zusammenhang feststellen.

Meine Familie hat mich mittlerweile für verrückt erklärt und mich zum Psychiater geschickt. Dieser hat mir Wahnvorstellungen diagnostiziert und mir gegen diese Risperidon verschrieben. Bilde ich mir den Geruch vielleicht einfach nur ein? Doch leider helfen auch diese Tabletten nicht. Nein, sie verstärken den Körpergeruch sogar.

Es ist zum verzweifeln, nichts hilft.

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Re: Spironolacton

Beitrag von schwitzen_com » 20.Okt 2017, 14:08

Lyla hat geschrieben:Meine Familie hat mich mittlerweile für verrückt erklärt und mich zum Psychiater geschickt. Dieser hat mir Wahnvorstellungen diagnostiziert und mir gegen diese Risperidon verschrieben. Bilde ich mir den Geruch vielleicht einfach nur ein? Doch leider helfen auch diese Tabletten nicht. Nein, sie verstärken den Körpergeruch sogar.
Das mit der Einbildung ist aus meiner Erfahrung nicht ausgeschlossen! Aber warum fragst Du nicht mal ganz konkret Deine Familie, ob sie Deinen Körpergeruch als störend empfindet und wie stark sie diesen auf einer Skala von 1-10 (sehr stark) einschätzen und geruchsmässig beschreiben würde?

Es gibt doch fast nichts schlimmeres als Unsicherheit :sorry:
Sascha Ballweg

Palmare Hyperhidrose zu über 80% gelindert / sichtbarer Achselschweiß komplett beseitigt.
Ist Initiator von http://www.hyperhidrosehilfe.de sowie http://www.schwitzen.com

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Re: Spironolacton

Beitrag von traum » 21.Okt 2017, 23:25

Lyla, was bekommst du denn von außen für (indirektes) Feedback bzw. wie kamst du überhaupt darauf, dass du stinken könntest? Reaktionen von außen, oder hast wirklich nur du auf einmal einen Schweißgeruch bei dir festgestellt?

(Meine Familie würde auch sagen ich spinne total und soll doch endlich zum Psychiater gehen, an den mein Arzt mich überwiesen hat. Deshalb sage ich es denen erst gar nicht.)

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Re: Spironolacton

Beitrag von Lyla » 13.Nov 2017, 13:27

Ich melde mich diesbezüglich diese Woche.

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Re: Spironolacton

Beitrag von Lyla » 08.Dez 2017, 13:54

@Sascha: Ja, das Phänomen, dass man sich Körpergerüche einbildet, gibt es tatsächlich. Berichte habe ich allerdings bisher nur zum Thema eingebildeter Mundgeruch gefunden. Wahnvorstellung bezüglich Körpergeruch wurden bisher wenig dargestellt / erforscht. Jeder sagt immer nur „Das solle es aber geben“. Mein Psychiater z.B. hatte bisher noch keinen derartigen Fall.
Schließlich habe ich mich auch auf eine Behandlung eingelassen, obwohl der Ursprung der Gedanken nur aufgrund von Reaktionen und Kommentaren von Mitmenschen und Kollegen entstanden ist.
Sascha, ich frage meine Eltern/Geschwister jeden Tag, ob und wie intensiv ich rieche. Doch sie sagen immer, ich rieche nicht. Deshalb haben sie mich doch gebeten zum Psychiater zu gehen. Sie sind sehr genervt und verdrehen schon die Augen.

@traum: Meinen eigenen Geruch habe ich selbst nie wahrgenommen. Darauf aufmerksam wurde ich erst durch Kommentare oder Reaktionen von Menschen in meiner Nähe.
Nur ein Beispiel: Ich komme in einen Raum und sage, dass schlechte Luft in dem Raum ist. Als Antwort bekomme ich mit bösem Blick: „Lyla, hast du mal überlegt, dass du das bist?!“
Oder: Ich sage zu nem Freund: „Riech mal, ich habe heute Parfum aufgelegt.“ Er riecht an mir und sagt: „Aha, ich rieche nur Schweiß“.
Meine Kollegen haben mir zum Geburtstag ein Deo geschenkt, das sagt doch eigentlich alles.
Ich glaube Psychiater können uns hierbei nicht wirklich helfen. Die kennen nur die medikamentöse Lösung mit Psychopharmaka. Was aber tatsächlich hilfreich sein könnte, ist eine Therapie beim Psychotherapeuten. Allerdings kann diese natürlich nur ein Psychiater oder Psychologe verschreiben (glaube ich). Wenn du das Bedürfnis hast, mal mit jemandem über diese Problematik zu reden, wäre eine Therapie auf jeden Fall sinnvoll. Ziel einer Therapie ist es ja auch einen besseren Umgang mit den eigenen Problemen / Ängsten zu finden. Immer alles allein mit sich ausmachen zu müssen, kann auf Dauer echt belastend sein und allein ist es auf jeden Fall schwieriger einen Ausweg zu finden!

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Re: Spironolacton

Beitrag von traum » 11.Dez 2017, 9:41

@Lyla, bei der Situation mit der schlechten Luft im Raum. Wie reagierst du dann? Kommt es dann zu einer Erklärung deinerseits und wird die Bromhidrosis dann thematisiert?

Du nimmst kein AlCl, oder? Und du schwitzt auch gar nicht mehr unter den Armen oder?
Was mir nämlich aufgefallen ist: Immer wenn mein Geruch scheinbar so schlimm ist, dass die Leute es nicht mehr für sich behalten können, rieche ich rein GAR NICHTS unter den Armen. Ich fühle mich immer sicher, bis so ein Kommentar kommt. Auch meine Oberteile riechen dann null unter den Armen.
Und wenn ich mich selbst unwohl fühle, oder ich merke dass mein Deo sich mit einem anderen Geruch vermischt hab, oder ich sogar (was nur selten vorkommt) Schweiß unter den Achseln rieche, kommen nie Kommentare und die Leute wollen sogar Körperkontakt oder so.
Und jetzt hab ich mal die letzten Jahre zurück überlegt. Immer wenn die Leute sagten, ich würde stinken hatte ich AlCl benutzt. Und immer dann hab ich keinen Schweißgeruch an den Klamotten oder Achseln gehabt. Vielleicht sind alle Schweißdrüsen unter den Armen nach AlCl wirklich blockiert und der Geruch kommt dann über die anderen Schweißdrüsen an anderen Körperstellen raus? Und wenn der Geruch vom Kopf beispielsweise kommt, dann ist es ja klar, dass wir das nicht selbst riechen.
Vielleicht hast du nach deinen zahlreichen Behandlungen auch das Problem, dass es vom Kopf zum Beispiel kommt?

Wie bei vielen fing es bei mir erst an, richtig schlimm zu werden, nachdem ich AlCl-Bomben benutzt habe. Dann hatte ich 2 Schweißdrüsen-Entfernungen und es wurde meiner Meinung nach über die Jahre nur schlimmer.

Es kann natürlich auch nur Zufall sein... es kommt noch andere Erklärungen, weshalb es mit AlCl für andere schlimmer ist... ich verstehe es einfach nicht.

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Re: Spironolacton

Beitrag von Lyla » 13.Dez 2017, 14:43

Ja, bei mir genau das Gleiche!!! Antwort folgt.....

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Re: Spironolacton

Beitrag von Lyla » 14.Dez 2017, 15:54

Also wenn Leute meinen vermeintlichen (Körper)Geruch wahrnehmen und dies kommentieren, reagierte ich total geschockt und unsouverän. Ich bin dann immer soo peinlich berührt und schäme mich so sehr, dass ich gar nichts sagen kann. :x_x:
Ich hoffe, du kannst besser mit dem Thema umgehen...

Ich benutze kein AlCl, nicht mal Deo. AlCl verschlimmert den Geruch unter den Achseln bei mir merklich.
Unter den Achseln bin ich so gut wie trocken (auch ohne AlCl), doch 3-4 Stunden nach der Dusche fängt es an zu riechen.
Ich habe auch 2 Schweißdrüsenabsaugungen und 1x MiraDry hinter mir. Nach diesen Behandlungen habe ich kompensatorisches schwitzen festgestellt. Es heißt ja auch "der Schweiß sucht sich seinen Weg". Ich schwitze jetzt mehr an den Händen, Füßen, im Gesicht, in der Leistengegend, in den Kniekehlen und wahrscheinlich insgesamt am Kopf. Vor den Behandlungen hatte ich 5 Tage lang nach dem Waschen wunderschönes Haar, jetzt sind meine Haare bereits am 2. Tag fettig.
Aber kann man am Kopf wirklich so intensiv riechen? *überleg* Ich kenne ein paar Leute mit sehr fettigen Haaren, die riechen aber nicht. Eigentlich habe ich noch nie bei jemanden unangenehmen Geruch am Kopf festgestellt....

Ich habe vor ein paar Wochen eine Reportage gesehen, da konnte eine Frau die Parkinson-Krankheit am Körpergeruch erkennen. Auch wenn die Krankheit noch gar nicht ausgebrochen war. Sie meinte der Körpergeruch rieche dann sehr speziell, so ähnlich wie Moschus. Und auf die Frage, wo Sie den charakteristischen Geruch an der Person wahrnimmt, sagte sie: Am Rücken.

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Re: Spironolacton

Beitrag von traum » 22.Jan 2018, 19:44

Wenn man sich vorstellt, wie viele Haare man hat und dass die apokrinen Drüsen ja in die Haarbälge münden, dann denk ich schon, dass man extrem am Kopf nach Schweiß riechen kann.
Mir fällt sonst halt nicht mehr viel ein, wenn man an seinem Körper (Achseln oder Leisten) nichts riecht und auch die Klamotten dort nicht riechen. Heißt ja überall, dass apokrine Drüsen am Kopf sind, und der Kopf liegt immer frei und ist immer ohne Deo und die Kopfhaut kann man nicht selbst riechen.

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